Garnelen schwimmen seitlich und auf dem Rücken – Häutung?

Als ich heute nach Hause gekommen bin hatte ich mich schon auf mein kleines Aquarium gefreut. Leider musst ich mit erschrecken ein sonderbares verhalten feststellen. Die eine Garnele schwamm seitwärts und lies sich dann zu Boden sinken. Ein paar Suchanfragen bei Google konnte meine Stimmung leider nicht ganz lockern, denn dort wurde von Vergiftungen durch Kupfer aus Leitungswasser, von Pestiziden durch neue Pflanzen und selbst Temperaturunterschiede von 2 Grad waren Thema. Als ich versuchte meine 5er Gruppe zu zählen, habe ich hinter einer Pflanze einen etwas milchigen Überrest entdeckte. Zuerst dachte ich, es handelt sich um eine tote Garnele. Jedoch wunderte ich mich, wie schnell denn die Garnele so stark verwest sein könnte. Dann ging mir ein Licht auf und ich konnte mich ein wenig beruhigen, denn das was dort lag war die Haut einer Garnele, die sich gehäutet hatte. Obwohl man bei Garnelen vermutlich eher von einem Panzer sprechen sollte. Mit dieser Erkenntnis beobachtet ich eine der größeren Garnelen etwas genauer und konnte zwischen den Schuppen helle stellen entdecken. Hier würde ich mutmaßen, und hoffe sehr das ich richtig liege, dass es sich um den gebrochenen alten Panzer handelt, mit dem darunter liegenden hellen neuen Panzer. Eine Häutung kann wohl durch einen Wasserwechsel, wie er ja durch den Kauf und den Beckenwechsel entstanden ist, angeregt werden. Ich würde dieser Behauptung erst einmal zustimmen.

Amanogarnele häutet sich

Amanogarnele häutet sich

Hier noch etwas besser zu sehen.

Hier noch etwas besser zu sehen.

Was ich des Weiteren beobachten konnte war, dass die Garnelen teilweise nur rumstanden und sich „geputzt“ haben. Dann plötzlich schwammen sie im Kreis oder schwammen bis zu Wasseroberflächen und ließen sich dann zu Boden sinken. Während des schwimmens sah es so aus als ob sie Orientierungs- bzw. Gleichgewichtsprobleme hatten. Teilweise lag die Garnele dann mit dem Rücken auf dem Boden und ich war fest davon überzeugt sie sei nun tot 🙁 . Auf dem Boden scheinen sie Probleme beim laufen zu haben, denn sie laufen teilweise seitwärts.

Ich hoffe alle Tiere überstehen die Strapazen und es handelt sich wirklich nur um eine Häutung. Die Wasserwerte waren in Ordnung und ich habe auch noch einen kleinen Wasserwechsel von 10 Litern, bei einem 54er Becken gemacht.

Garnelen verstecken sich (Caridina, Neocaridina)

In den ersten 24 Stunden konnte ich meine Amanogarnelen bei ihrem bunten treiben im Becken beobachten. Doch dann stellten sie ihre Aktivitäten ein und nur noch einzelne Garnelen ließen sich im gut einsehbaren Bereich blicken. Schon Angst ob etwas mit den Wasserwerten nicht stimmen würde oder sonstige Stressfaktoren die Garnelen zum Versteckspiel anregten konnte ich in einigen Aquaristik-Foren hilfreiche Tipps finden.

Es befinden sich 5 Amanogarnelen im Becken!

Es befinden sich 5 Amanogarnelen im Becken!

neues Becken

Handelt es sich um ein frisches Becken kann man bei den Amanogarnelen bzw. den gesamten Garnelen davon sprechen, dass sie sich erst an ihre neue Umgebung gewöhnen müssen. Dies ist wie beim Menschen. Kommt er an einen neuen Ort muss er sich erst einmal orientieren und die Lage einschätzen. Bei einigen Menschen/Tieren geht dies schneller und manche brauchen ein wenig länger. Dies ist ein natürlicher Sicherheitsmechanismus der Menschen wie Tiere vor gefährlichen Handlungen schützt (von einer Klippe stürzen 😀 ).
Entlässt man die Garnelen in ein neues Becken kann man sie dabei beobachten, wie sie das neuen Becken erkunden und sogar erste Nahrung aufnehmen. Jedoch kann es im weiteren Tagesverlauf dazu kommen, dass sich die Garnelen an einen schattigen abgeschiedenen Ort im Becken verkriechen. Der Filter scheint hier oft erste Wahl zu sein ob dahinter oder darunter Hauptsache sie werde nicht mehr gesehen 🙂 . Meist passiert dies mit der gesamten Gruppe.

Um dieses Problem zu lösen sollte man ein wenig Geduld aufbringen und den Garnelen ein wenig Eingewöhnungszeit gönnen (1-2 Wochen). Auf Veränderungen wie neue Technik, Dekoration etc. sollte verzichtet werden.

andere Fische

Auch wenn sich Garnelen meist an anderen Fischen nicht stören, es sei denn sie wollen die Garnelen fressen, können diese jedoch einen Stressfaktor darstellen, der die Garnelen zum Rückzug bewegt. Wird eine Garnele zum Beispiel an ihrem Lieblingsplatz wie einem Moosball ständig gestört, kann das Stress bei der Garnele verursachen. Sollten sich eine Verhaltensänderung dieser Art nach dem Einbringen neuer Fische zeigen, so liegt die Ursache vermutlich an den neuen Fischen. Die Lösung wäre den Garnelen sowie Fischen Zeit zu geben sich aneinander zu gewöhnen oder diese voneinander zu trennen. Möglich wäre es auch durch eine Neuorganisation der Dekoration neue Bereiche zu schaffen.

Gruppengröße

Amanogarnelen kann man oft dabei beobachten wie sie beieinander stehen und man teilweise das Gefühl bekommt sie würden mit einander kuscheln 😀 . Fakt ist, dass Garnelen gesellig sind und die Nähe anderer Artgenossen suchen. Daraus lässt sich ableiten, dass man Amanogarnelen nicht einzeln halten sollte, sondern in einer Gruppe. Eine fundierte Aussage über die Gruppengröße ist jedoch schwer zu treffen und man ließt von Gruppengrößen zwischen 5 bis 20 Tieren. Tatsache ist jedoch auch, dass wenn man vor hat Nachwuchs zu züchten bzw. eine geschlechtlich ausgewogen Gruppe halten möchte, sich die Chancen mit jedem weiteren Tier erhöhen.

Wichtig! Bevor ihr nun neue Garnelen eurem Becken hinzufügt beachtet bitte, dass Garnelen insbesondere Amanogarnelen auch Platz benötigen. Wenn der Boden voller Garnelen ist sieht das evtl. nach einem lustigen bunten Treiben aus, ist jedoch keine artgerechte Haltung. Eine Legebatterie findet schließlich niemand schön.

Erster Tag – Wassertest und Co.

Die Garnelen und Pflanzen scheinen die Nacht gut überstanden zu haben. 2-3 von ihnen scheinen die schattige Unterseite des Filters gegenüber dem hell erleuchteten Becken noch zu bevorzugen aber evtl. kommen sie später raus. Einiges an Futter ist auf dem Boden liegen geblieben. Jedoch hebt sich das Futter gut vom Bodengrund ab und man kann es somit gut erkennen. Es scheint so, als ob die Amanogarnelen, sofern sie keinen Hunger haben, die meiste Zeit damit verbringen sich zu putzen. Es scheint, als ob so hoch angereichertes Garnelenfutter nicht sehr viel mit der normalen Nahrungsaufnahmen der Amanogarnelen zu tun hat. Welche Möglichkeiten es gibt hier bessere Futtervarianten, in Form von Algen etc., anzubieten muss die Zeit zeigen.

Futterreste im Aquarium

Futterreste im Aquarium

  • ph-Wert – 7.6
  • (KH) Karbonathärte – >16°dKH
  • (GH) Gesamthärte – 10-15 °dGH
  • (NO3) Nitrat – < 0,1 mg/l
  • (NO2) Nitrit – < 20 mg/l

Der ph-Wert, die Karbonathärte sowie die Gesamthärte scheinen sich nicht geändert zu haben. Nitrit scheint keines vorhanden, lediglich eine minimale Einfärbung von Nitrat ist erkennbar und liegt im 10 mg/l Bereich.

Wassertest mit Teststreifen vom 16.10.2016

Wassertest mit Teststreifen vom 16.10.2016

Das Aquarium läuft

Heute war es endlich so weit. Ich habe mir ein Aquarium mit allem drum und dran gekauft. Leider taugt meine Handy-Kamera nicht viel, sodass ich keine Nahaufnahmen von den pflanzlichen und tierischen Bewohnern machen kann.

Gekauft wurde ein Tetra Starter Line Aquarium mit 54 Litern Fassungsvermögen. Das ganze wird von einer 6 Watt LED-Beleuchtung erhellt. Für gute Strömung und passende Temperatur sorgt ein 50 Watt Heizer der in der Tetra EasyCrystal Filterbox verbaut ist. Im Filter befinden sich ein paar Bio-Filterbälle und ein Aktivkohle-Filter. Um die LED für ca. 12 Stunden am Tag erleuchten zu lassen wurde eine digitale Zeitschaltuhr gekauft. Die Programmierung ist für technisch begabte jetzt nicht so der Hit, jedoch muss ich die einwandfrei Funktion noch einmal überprüfen.

Ich habe auf ein spezielles Substrat für Pflanzen verzichtet und nur einen „normalen“ Kies genommen mit einer vorwiegend dunklen Färbung. Optisch wird das Becken durch die bekannte Wasserpest (egeria densa) aufgepeppt. Ich habe diese entlang der hinteren Scheibe eingepflanzt. Eine Reihe weiter nach vorne, jedoch auch eher im Hintergrund, befinden sich 3 große Amazonas-Schwertpflanzen (Echinodorus bleherae). Im Vordergrund, jeweils rechte und linke Ecke befinden sich zwei Kleine Wassersterne (Pogostemon helferie).

Als lebende Bewohner sind 5 Amanogarnelen (caridina multidentata) eingezogen.

Einlaufen

Als erstes habe ich ein wenig warmes Berliner-Leitungswasser ins Becken gekippt und versucht alle Produktionsreste wie Silikon etc. zu entfernen. Da kam einiges an Dreck zusammen! Danach habe ich die 5 kg Kies in einen neuen 10 Liter Eimer unter der Dusche gewaschen und anschließend ins Becken gekippt und einfach mit der Hand breit gestrichen. Die Pflanzen habe ich versucht zum Anfang mit nur ein wenig Wasser im Becken einzupflanzen. Jedoch fand ich das nicht gerade einfach und habe dann das Becken bis auf ca 75% aufgefüllt. Einfach Eimer rein und fertig 🙂 Als alle Pflanzen eingesteckt waren habe ich den Filter, Heizer und Beleuchtung in Betrieb genommen. Noch ein wenig frei Hand Tetra AquaSafe und dann war das Einrichten auch fertig. Leider musste ich dann feststellen, dass in dem AquaSafe keine Bakterien drin waren, was ich eigentlich angenommen hatte. Jedoch dachte ich mir, dass in dem Wasser der Pflanzen schon einige Bakterien drin sein werden um das Becken anzuimpfen. Ein Streifen Test hat zwar eine hohe (KH) Kabonhärte angezeigt, jedoch waren ph-Wert, (GH) Gesamhärte, (NO3) Nitrat und (NO2) Nitrit im grünen Bereich.

Die Lösung ist vermutlich nicht die beste jedoch ist mein Bioload in Form von Fischausscheidungen dank den Amanogarnelen ja eher gering. Hoffen wir es kommt kein großer Nitripeak 🙂

Die Amanogarnelen habe ich aus dem Beutel in einen gewässerten Kescher gekippt und nach Sicherstellung das alle im Kescher waren ins Becken gesetzt. Sind sind auch gleich aktiv rum gewandert und auf den ersten Blick sah alles gut aus.

Als Futter habe ich fürs erste CrustaGran von Dennerle, diese wurde auch gleich angenommen. Die Amanos haben sich die Futterbrocken teilweise geschnappt und irgendwo anders verspeist. Als Sammelplatz haben sie sich anscheinend die stärkste Strömungsstelle des Beckens ausgesucht, genau unter dem Wasserauslass den Filters. Gegen 21 Uhr sollte eigentlich die Zeitschaltuhr das Licht deaktivieren, was leider noch nicht funktioniert. Die Garnelen scheinen auch im Baumarkt gegen 21 Uhr „schlafen“ gegangen zu sein, denn sie haben sich alle unter dem Filter versammelt, einem sehr schattigen Plätzchen.